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Europameisterschaften der Sehgeschädigten und Blinden 2007

Das Team der Sehgeschädigten Judoka hatte bei den Europameisterschaften am Kaspischen Meer nicht nur gegen die anderen Nationen zu kämpfen, sondern auch gegen die Umstände: Die Organisation war  sehr bemüht, die
sich stellenden Fragen zu beantworten und den Wünschen der Teams nachzukommen, die Realität war meist gewöhnungsbedürftig. Die Klassifizierung (augenärztliche Untersuchung) dauerte aus nicht erklärbaren Gründen 7 Stunden für nur 23 Sportler und fand in einer Art Augenklinik statt, in der für westeuropäische Hygiene-Standards wenig Verständnis aufgebracht wurde. Die Trainingshalle (so man sie so nennen möchte) war in einem sehr schmutzigen und unhygienischem Zustand. Das Essen im Hotel war sicher landestypisch, doch hatten einige Mitglieder unserer Mannschaft gewisse Anpassungsprobleme.
 
Über der Stadt Baku liegt eine regelrechte Dunstglocke, es riecht nach verbranntem Plastik und Öl; der Straßenverkehr ist lebensgefährlich - was auch die Veranstalter wussten, stellten sie doch jedem Team einen Guide zur Seite, der den sehgeschädigten Sportlern u.a.  ein Überqueren der Fahrbahnen ermöglichen sollte.
 
Den Offiziellen und Funktionären der Teams wurde am ersten Tag zugemutet, in praller Sonne auf gleich zwei Ehrenfriedhöfen Blumen und Kränze nieder zu legen. Wofür, das bieb das Geheimnis der Veranstalter.
 
Aber all das konnte das deutsche Team unter der Leitung von Carmen Bruckmann und Stefan Saueressig nicht hindern, die gestellten Aufgaben anzugehen.
 
FrauenCarmen und Ramona EM 2005
 
Carmen (-48 kg) und Ramona Brussig (-57 kg), beide Schwerin, sind derzeit weltweit das Maß der Dinge. SIe wurden beide
Europameisterinnnen. Alle Kämpfe wurden souverän und vorzeitig mit sehenswerten Techniken gewonnen. Auch bei den Frauen wird das Leistungspotential und die Anzahl der Kämpferinnen stetig größer, doch sind die Trainingspläne der beiden Damen auch darauf ausgerichtet - auch sie werden immer stärker.
 
Carmen und Ramona haben nun mit ihrem Weltmeister- und Europameistertiteln die Qualifikation für Peking 2008 so gut wie in der Tasche und können letztlich ohne Druck Ende Juli nach Sao Paolo zur Weltmeisterschaft fahren.

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